Anders sehen mit Sehbehinderung

Schule für Orthoptik des Universitätsklinikums des Saarlandes beging den Welt-Orthoptik-Tag

Am 1. Juni 2015 wurde der Welt-Orthoptik-Tag begangen. Für einen Tag rückte damit weltweit das Thema Sehbehinderung (Low Vision) in den Fokus. Auch das Schulzentrum des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg beteiligte sich mit einem Projekt: Auszubildende und Lehrende der Schule für Orthoptik sowie Mitarbeiterinnen der Sektion KiOLON der Klinik für Augenheilkunde brachten Schülerinnen und Schülern des Homburger Christian von Mannlich-Gymnasiums das Thema „Anders sehen mit Sehbehinderung“ näher.

Die dunkle Seite des demographischen Wandels

„Altersbedingte Sehbehinderungen nehmen bedingt durch den demographischen Wandel stetig zu“, sagt Eva Grintschuk, die die Schule für Orthoptik leitet, „so etwa die altersbedingte Makuladegeneration.“ AMD, wie diese degenerative Erkrankung der Netzhaut abgekürzt wird, ist in der westlichen Welt die Hauptursache schwerer Sehbehinderungen bei Menschen über 60 Jahren. Hierbei gehen Netzhautzellen der Netzhautmitte, die scharfes und farbiges Sehen vermitteln, zugrunde. Die damit verbundene zentrale Sehstörung führt zu erheblichen Lese- und Orientierungsstörungen.

8c48fd0809Sehbehinderungen können jedoch vielerlei Ursachen haben: Sie können sowohl angeboren sein als auch in jungen Jahren auftreten. Im Rahmen der Inklusion nimmt der Beratungs- und Versorgungsbedarf sehbehinderter Menschen daher stetig zu. „Orthoptisten beraten und versorgen Menschen aller Altersgruppen mit angeborenen, erworbenen oder mit altersbedingten Sehstörungen, sowohl Sehbehinderte als auch blinde Menschen“, so Lynn Schäfer, die ihre Ausbildung zur Orthoptistin an der Homburger Schule 2011 erfolgreich beendet hat und seit dieser Zeit in der Klinik für Augenheilkunde beschäftigt ist. Orthoptisten und Orthoptistinnen sind Experten auf dem Gebiet der Erkennung und Behandlung von funktionellen Erkrankungen der Augen und ihrer Folgen. Sie tragen ein hohes Maß an Verantwortung bei Diagnostik und Therapie und betreuen Patienten aller Altersgruppen mit Störungen des ein- oder beidseitigen Sehens.

Die Orthoptistinnen und Orthoptisten vertreten eine eher kleine Profession der Gesundheitsfachberufe, denn bundesweit machen pro Jahr gerade einmal 130 Orthoptisten und Orthoptistinnen ihr Examen. „Berufsbilder wie das der Orthoptik sind leider nicht so bekannt“, sagt Eva Grintschuk, „weshalb wir auf Berufsmessen und in Workshops immer viel erklären müssen, was Orthoptisten so machen.“ Spätestens wenn sie das Wort „Sehschule“ hörten, merke man richtig, wie bei den Interessenten der Groschen falle, denn Kinder mit einem Pflaster auf dem Auge hätten die meisten dann doch schon gesehen, so Eva Grintschuk.

Das Universitätsklinikum des Saarlandes ist einer der größten Ausbildungsbetriebe in der Region. Zehn verschiedene anerkannte Ausbildungsstätten für medizinische Gesundheitsfachberufe sowie das Referat für Fort- und Weiterbildung sind hier angesiedelt – mit über 650 Ausbildungsplätzen und 142 Weiterbildungsplätzen. Doch egal für welchen Gesundheitsfachberuf man sich auch entscheidet: „Alle Ausbildungsangebote des UKS-Schulzentrums bieten eine glänzende berufliche Perspektive in der Wachstumsbranche Gesundheitsmarkt“, sagt Ulrich Wirth, der das Schulzentrum des Universitätsklinikums des Saarlandes leitet.

Die nächste Orthoptik-Ausbildung beginnt am 1. Oktober 2015.

Schreibe einen Kommentar