Gesundheit und Pflege im Sommercamp

Das Schulzentrum der Universitätsklinik des Saarlandes wirbt für Gesundheitsfachberufe

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sieht es als essentiell an, die Neugier von Schülerinnen und Schülern für die Welt der Wirtschaft zu wecken und ihnen grundlegendes Wirtschaftswissen praxisorientiert und abwechslungsreich nahe zu bringen: „Wir müssen Wirtschaftswissen in Schulen stärken. Die saarländischen Schülerinnen und Schüler sollen schon frühzeitig Erfahrungen im Wirtschaftsleben sammeln und Interesse an unternehmerischen Tätigkeiten entwickeln. Die Unterstützung junger Unternehmerinnen und Unternehmer ist ein Leitthema der Landesregierung, da es zur Zukunftssicherung unseres Landes beiträgt. Wir wollen die jungen Menschen bewusst fördern, damit sie das frühzeitig erlernte im Laufe ihrer Karriere anwenden können.“

Gesundheitsfachberufe – nach wie vor Informationsdefizite

Petra Brand, Referat für Fort- und Weiterbildung, führt in die Geheimnisse des Blutdruckmessens ein
Petra Brand, Referat für Fort- und Weiterbildung, führt in die Geheimnisse des Blutdruckmessens ein

Was für die Wirtschaft allgemein gilt, gilt im Besonderen ebenso für die Gesundheitswirtschaft. Auch hier haben viele junge Menschen kaum Vorstellungen von dem, was sie im Alltag erwarten wird. „Können sich die Schülerinnen und Schüler noch einigermaßen vorstellen, um was es in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege, im Hebammenwesen oder in der Physiotherapie geht, so haben sie von den anderen Gesundheitsfachberufen zumeist nur rudimentäre Vorstellungen“, sagt Ulrich Wirth, Leiter des Schulzentrums des Universitätsklinikums des Saarlandes. Und seine Kollegin Eva Grintschuk, Leiterin der Schule für Orthoptik, ergänzt, dass Berufsbilder wie das der Orthoptik beinahe gänzlich unbekannt seien: „Auf Berufsmessen und in Workshops müssen wir immer viel erklären, was Orthoptisten so machen. Spätestens wenn sie das Wort ‚Sehschule‘ hören, merkt man richtig, wie bei den Interessenten der Groschen fällt, denn Kinder mit einem Pflaster auf dem Auge haben die meisten dann doch schon gesehen.“ Orthoptisten und Orthoptistinnen sind Experten auf dem Gebiet der Erkennung und Behandlung von funktionellen Erkrankungen der Augen und ihrer Folgen. Sie tragen ein hohes Maß an Verantwortung bei Diagnostik und Therapie und betreuen Patienten aller Altersgruppen mit Störungen des ein- oder beidseitigen Sehens.

MTRA und MTAF – bizarre Berufe?

„Mit dem Medizinisch-technischen Assistenten für Radiologie (MTRA) und Funktionsdiagnostik (MTAF) bilde ich gleich zwei dieser ‚bizarren Berufe“ aus“, lacht Annette Weber, die die Schulen für MTRA und MTAF leitet: „Auch wir möchten das Sommercamp dazu nutzen, die beiden Berufsbilder vorzustellen und ganz aktiv um Nachwuchs zu werben.“ MTRA und MTAF nehmen einen wichtigen Platz in der Patientenversorgung ein. Sie sind für die Durchführung einer sorgfältigen Diagnostik zuständig, denn nur diese kann dem Patienten zeitnah seine für ihn richtige und wichtige Therapie ermöglichen.

Gesundheitsfachberufe: Ausbildungen mit glänzender beruflicher Perspektive

Luftballonrasieren – ein Geschicklichkeitsspiel mit ernstem Hintergrund, weiß Ulrich Wirth, Leiter des Schulzentrums
Luftballonrasieren – ein Geschicklichkeitsspiel mit ernstem Hintergrund, weiß Ulrich Wirth, Leiter des Schulzentrums

Im UKS-Schulzentrum kann man insgesamt 12 Gesundheitsfachberufe erlernen, neben den bisher genannten auch Krankenpflegehilfe, Operationstechnische Assistenz, Diätassistenz, Medizinisch-technische Laborassistenz, Pharmazeutisch-technische Assistenz. Doch egal für welchen Gesundheitsfachberuf man sich auch entscheidet: „Alle Ausbildungsangebote des UKS-Schulzentrums bieten eine glänzende berufliche Perspektive in der Wachstumsbranche Gesundheitsmarkt“, so Paul Staut, Pflegedirektor des UKS, in dessen Ressort das Schulzentrum angesiedelt ist.

Das Alwis-Sommercamp bereit auf Bewerbung und Berufsleben vor

Das Alwis-Sommercamp Wirtschaft wird vom Wirtschaftsministerium unterstützt. Es bietet in den letzten beiden Wochen der Sommerferien Workshops zu den Bereichen Gesundheit und Pflege, Mediengestaltung, Metall- und Elektroindustrie, Studium und Forschung und Selbstständigkeit an. Die Workshops Gesundheit und Pflege am 24. August 2015 und 1. September 2015 werden dabei wie im letzten Jahr vom Team des UKS-Schulzentrums angeboten: „Die jungen Erwachsenen erfahren von uns sehr praxisnah, was Pflege und Assistenzberufe bedeuten. Damit unterstützen wir die Berufswahl und geben Tipps, wie sich die Schülerinnen und Schüler gezielt auf Bewerbung und Berufsleben vorbereiten können“, sagt Sabine Schwab, die als Krankenschwester und freigestellte Praxisanleiterin schon 2014 dabei war.

Das Camp richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse (Camp I, 14-16 Jahre) und an die gymnasiale Oberstufe (Camp II, ab 17 Jahre).

Die Anmeldung ist noch möglich.

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