„Sex, drugs, and a crappy boss“ – Gesundheitskiller, über die man nicht spricht

Unternehmen sind Moden, Trends und Megatrends unterworfen. Diese machen auch vor Kliniken nicht halt. Der demografische Wandel ist z.B. ein Megatrend, der sich ganz besonders auf die Patientenversorgung auswirkt. Weitere Beispiele für Megatrends, die eine tiefgreifende und mehrdimensionale Umwälzung aller gesellschaftlichen Teilsysteme – politisch, sozial, wirtschaftlich – nach sich ziehen werden oder bereits im Begriff sind, die Gesellschaft zu transformieren, sind z.B. Digitalisierung, Globalisierung und Urbanisierung.

Gesundheits-, Glücks- und Produktivitätskiller [1]
Daneben existieren aber auch auch Einflussgrößen, die nicht oder nur bedingt aus dem Unternehmenskontext stammen, sich aber negativ auf die Gesundheit und damit die Produktivität der Mitarbeiter auswirken. Stress, Ernährung, ein desolates Sexleben und Geldprobleme sind die hauptsächlichen Gesundheits-, Glücks- und Produktivitätskiller – aber man spricht nur selten darüber, so als wären sie ein Tabu.

Die Auszubildenden des Kurses OK 2/15 haben dieses Tabu jetzt gebrochen und Poster zum Thema „Sex, drugs, and a crappy boss“ – Gesundheitskiller, über die man nicht spricht, erstellt.

Acht Stunden Schlaf pro Tag, maßvolle und ausgewogene Kost, wenig Alkohol, kein Nikotin, die Liebe seines Lebens suchen, finden und ausleben, sich um andere kümmern, sich dabei aber nicht aufopfern – und sich vor allem nicht selbst zu vernachlässigen: Eigentlich wissen wir damit, was zu wahrer Gesundheit, Freude und Produktivität führt. Aber wir verhalten uns nicht danach. Warum ist das so?

Es ist nicht immer Willensschwäche, der Gründe sind viele. Wir kennen das doch sicherlich alle: Wir wollten mehr Zeit an der frischen Luft verbringen, haben das Wochenende aber wieder einmal auf dem Sofa verbracht. Vielleicht haben wir vorgeschoben, eine Arbeit für den Chef erledigen zu müssen – vielleicht mussten wir sie auch tatsächlich erledigen. Und überhaupt kann der „Chef“ – sofern wir ihn einmal als Metapher für all das, was im Büro schief läuft, heranziehen dürfen – leicht zu einem der zentralen Gründe für Krankheit werden: Vorgesetzte und schlechte Kommunikation treiben in Deutschland jeden fünften Arbeitnehmer in die innerliche Kündigung (vgl. dazu den „Gallup Engagement Index 2014“ [2]). Auch dass sich Faktoren wie Geldsorgen oder Eheprobleme negativ auf Gesundheit und Produktivität auswirken, ist bekannt.

Die Auszubildenden des Kurses OK 2/15 der Schule für Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege des Universitätsklinikums des Saarlandes haben sich dieses Themas in eins, zwei, drei Posterpräsentationen angenommen.

Anmerkungen:
[1] Online im WWW: http://mms.businesswire.com/bwapps/mediaserver/ViewMedia?mgid=248723&vid=5&download=1 [Datum des Zugriffs: 2016-08-10].
[2] Online im WWW: http://www.gallup.com/de-de/181871/engagement-index-deutschland.aspx [Datum des Zugriffs: 2016-08-10].

Schreibe einen Kommentar