Lebenshilfe Blieskastel engagiert sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Selbsterfahrungen mit Rollstühlen und einem Lifter durften wir auch machen

Wieder einmal haben wir im Rahmen des Unterrichts den Lernort aus der Schule in die Praxis verlagert. Unter Leitung von Annika Bastian, Lehrerin in Schule für Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS), verbrachten die Auszubildenden des Kurses OK 2/14 am 22. Juni 2016 einen ereignisreichen und informativen Tag in der Lebenshilfe Saarpfalz in Blieskastel. Die Auszubildende Annika Herges berichtet von der Exkursion.

Zuerst wurde uns die Einrichtung durch einen kleinen Vortrag vorgestellt, sodass wir eine grobe Vorstellung von der Arbeit und den Menschen hatten. Danach gab es eine Führung durch die verschiedenen Abteilungen mit den vielfältigen Arten von Arbeit. Das Spektrum der Arbeiten ist dabei beeindruckend: Der Schwerpunkt liegt in der Konfektionierung, Verpackung und Komplettierung von Naturheilmittel und Reformwaren, von Naturbelassenen Pflegeprodukten sowie von Verbands- und Hilfsmitteln. Weil die Lebenshilfe Saarpfalz in der Lage ist, auch in Kleinserien zu fertigen, können selbst individuelle Kundenwünsche berücksichtigt werden. Zudem bietet die Werkstatt auch industrielle Teilmontage-, Montage und Lohnfertigungsarbeiten an. Eine Wäscherei, die Garten und Landschaftspflege sowie Catering und Partyservice runden das vielfältige Arbeitsangebot ab.

Es war interessant anzusehen, mit wie viel Engagement und Spaß die Menschen mit Behinderung ihre Arbeit leisten. Bei Gesprächen in Kleingruppen mit den Arbeitern und Arbeiterinnen und deren Betreuern erfuhren wir auch, dass jeder seine eigenen Stärken durch das vielfältige Angebot finden kann und man sie Schritt für Schritt fördert und in die Arbeitswelt einbringt. Näheren Kontakt zu den Menschen mit Behinderung bekamen wir, als wir mit Ihnen die Arbeit verrichteten. Die offene Art und Freude ist berührend. Ebenso sehr berührend war das Interview mit Steven. Hier wurde uns bewusst, wie schwer das Leben mit einer Behinderung sein kann aber auch wie schön es sein kann, wenn man ein tolles Umfeld und gute Betreuung hat und somit viele Möglichkeiten für ein normales Leben bereit gestellt werden. Hier nochmal ein großes Lob an Steven, wie souverän er über sich und sein Leben berichtete. Danach durften wir alle durch das Selbsterfahrungs-Training mit dem Rollstuhl in die Rolle schlüpfen. Mit verbundenen Augen im Rollstuhl, schnell und langsam über Hindernisse rollen, geschoben werden und kraftvoll selbst schieben. All diese Schwierigkeiten werden einem erst bewusst, wenn man es selbst versucht. Eine interessante Erfahrung.

Alles zusammen war dies ein toller Einblick in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und deren Leben.

Ein großes Dankeschön an die Lebenshilfe für diesen Tag.

Annika Herges, OK 2/14

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