Orthoptisten beraten und versorgen sehbehinderte und blinde Menschen

Am 13. Oktober 2016 ist der Welttag des Sehens (World Sight Day), der in diesem Jahr unter dem Motto „Chancen sehen!“ steht. Er ist eingebettet in die Woche des Sehens, die vom 8. bis 15. Oktober 2016 stattfindet. Augenärzte, Orthoptisten und Selbsthilfegruppen machen in dieser Aktionswoche auf die Situation Sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und den Entwicklungsländern aufmerksam. Das Ziel ist es, Blindheit zu verhüten und zu verstehen. Die Menschen sollen darauf aufmerksam werden, was Sehbehinderung und Blindheit bedeutet und den Betroffenen auf Augenhöhe begegnen.

Sehbehindert – was bedeutet das eigentlich?
Von „sehbehindert“ spricht man, wenn die Sehschärfe des besseren Auges nicht höher ist als 0,3 („30%“). Mit einer Sehbehinderung ist z.B. das Autofahren nicht mehr möglich. „Hochgradig sehbehindert“ bedeutet, dass die Sehschärfe des besseren Auges nicht mehr als 0,05 („5%“) erreicht. Blindheit bezeichnet eine Sehschärfe von 0,02 („2%“) oder schlechter auf dem besseren Auge.

Ursachen für Blindheit und Sehbehinderung in Deutschland
Die Ursachen für Sehbehinderungen in Deutschland sind ganz unterschiedlich. Im Erwachsenenalter bzw. im höheren Alter sind häufige Ursachen die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), Glaukom („grüner Star“) oder die diabetische Retinopathie. Ursachen für angeborene Sehbehinderung können z.B. eine Frühgeborenen-Retinopathie, Albinismus, angeborene Erkrankungen des Sehnervs oder eine Cataract („grauer Star“) sein. Darüber hinaus gibt es verschiedene Netzhauterkrankungen, wie z.B. die Retinopathia pigmentosa, die zu einer langsamen Erblindung führen.

Orthoptisten beraten und versorgen sehbehinderte und blinde Menschen
DSC_7918In der Schule für Orthoptik m Schulzentrum des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg werden Orthoptistinnen und Orthoptisten ausgebildet. Diese arbeiten in Augenkliniken, Augenärztlichen Praxen, Neurologischen Rehabilitationseinrichtungen und Sehbehindertenambulanzen. Sie sind Experten auf dem Gebiet der Früherkennung und Behandlung von Störungen des ein- und beidäugigen Sehens. Darüber hinaus beraten und versorgen sie Menschen aller Altersgruppen mit angeborenen, erworbenen und altersbedingten Sehstörungen, sowohl Sehbehinderte als auch blinde Menschen.

Was tun, wenn das Sehvermögen schlechter wird und die Brille nicht mehr hilft?
DSC_7886aSabine Voß ist Orthoptistin und Spezialistin für die Anpassung von vergrößernden Sehhilfen. Sie arbeitet in der Augenklinik des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg in der Low Vision-Sprechstunde, einer speziellen Sprechstunde für Sehbehinderte und blinde Menschen. „Eine Low Vision-Beratung ist erforderlich, wenn die Sehleistung nicht mehr durch eine Brille oder Operation verbessert werden kann“, so Sabine Voß. „In der Low Vision-Sprechstunde werden verschiedene Hilfsmittel, wie z.B. elektronische Lupen, Monokulare oder Bildschirmlese-Geräte vorgestellt. Jede Anpassung wird gezielt und individuell nach den Bedürfnissen des Patienten durchgeführt. Auch die Beratung hinsichtlich des Grads der Behinderung, Antrag auf Blindengeld, lebenspraktische Fertigkeiten, Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Alltags-Tipps gehören zu den Aufgaben von uns Orthoptisten. Ziel ist es, mit vergrößernden Sehhilfen und der entsprechenden Beratung die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.“

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