Werbung für Europa. Pflegeazubis des Universitätsklinikums des Saarlandes absolvieren ERASMUS+ Auslandspraktika

Am 12. Mai 2017 und damit am Internationalen Tag der Pflege besiegeln das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg und die Ignaz-Roth-Schule BBS Zweibrücken die ERASMUS+-Kooperation. Im Rahmen dieses EU-Programms können Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege des UKS ab sofort ein mehrwöchiges Praktikum in einer pflegerischen Institution in Italien oder Spanien absolvieren. Die ersten Azubis erhalten jetzt ihren Bildungspass.

Die Ignaz-Roth-Schule BBS Zweibrücken ermöglicht ihren Auszubildenden der Fachschule für Altenpflege schon seit einigen Jahren im Rahmen von EU-Projekten mehrwöchige Praktika im europäischen Ausland. Dabei werden vierwöchige Aufenthalte während der Ausbildung bzw. nach abgeschlossener Ausbildung auch mehrmonatige Praktika angeboten. Für die Berufe in der Krankenpflege sind diese Einsätze laut Ausbildungs- und Prüfungsverordnung als praktische Ausbildung in der stationären geriatrischen Versorgung zu werten. Seit Sommer 2016 können auch die Auszubildenden der Schule für Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege des Universitätsklinikums des Saarlandes davon profitieren. Bislang konnten bereits 20 Homburger Auszubildende ein Auslandspraktikum im Rahmen dieses Projektes absolvieren.

Der Pflegedirektor des Universitätsklinikums des Saarlandes, Wolfgang Klein, und der Schulleiter der BBS, Studiendirektor Jürgen H. Bärmann, besiegeln im Beisein des BBS-Projektkoordinators, Oberstudienrat Stefan Gurres, und der Projektleiterin und Lehrerin für Pflegeberufe am UKS, Christel Schüler-Gurres, am 12. Mai 2017 offiziell die Kooperation der beiden Schulen im ERASMUS+ Projekt. „Für dieses Datum haben wir uns ganz bewusst entschieden“, sagt Ulrich Wirth, der Leiter des Schulzentrums, „denn am 12. Mai 2017 wird weltweit der Tag der Pflege begangen“.

Durch ein ergänzendes Auslandspraktikum erlangen die Azubi einen intensiven Einblick in die Pflegelandschaft des europäischen Auslands. Dies regt auch zum Nachdenken über die mögliche Zukunft der Pflegeberufe in Deutschland an und leistet damit einen Beitrag zur berufspolitischen Meinungsbildung. Das Gesundheitssystem und damit verbunden die Organisation der beruflichen Bildung in Italien und Spanien weist einige Unterschiede zu den hiesigen Strukturen auf. So ist die Dreiteilung der Pflegeberufe in Alten-, Kinder- und Erwachsenenpflege dort z.B. unbekannt. Die Pflegefachkräfte qualifizieren sich durch ein Studium an einer Universität. „Sowohl im Hinblick auf die zu erwartende Generalisierung der Ausbildung als auch in Bezug auf die Akademisierungsbestrebungen der Pflege in Deutschland ist dies von größtem Interesse“, sind sich Dagmar Mathieu und Joachim Klein einig, die die Schule für Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege leiten. Darüber hinaus steht – insbesondere im Kontakt mit den Bewohnern der Pflegeeinrichtungen – die nonverbale Kommunikation im Vordergrund. Schließlich gewinnt kultursensible Pflege in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft immer mehr an Relevanz.

Mobilität – Chancen nutzen

Während der Vorbereitung und Durchführung des Praktikums werden die Teilnehmer sowohl vonseiten der Ignaz-Roth-Schule BBS Zweibrücken als auch vor Ort in Homburg begleitet und beraten. Nach Abschluss des Auslandsaufenthaltes erfolgt eine Phase der Projektevaluation. Gesammelte Erfahrungen werden in Gesprächen reflektiert, die Projektaufgaben und formalen Aspekte (Nachweise über erbrachte Leistungen, Beurteilungsbögen, Dokumentation der Dienstzeiten) werden überprüft und ausgewertet. Ein EU-Mobilitätspass wird durch die BBS Zweibrücken erstellt und den Absolventen in einer offiziellen Feierstunde überreicht. Mit diesem Dokument der Europäischen Union werden die Teilnahme am ERASMUS+ Projekt und die darin erworbenen Kompetenzen offiziell bestätigt.

Werbung für Europa

„Mit der Durchführung begleiteter Auslandspraktika steigern wir die Attraktivität der Pflegeausbildung an unserer Pflegeschule“, freut sich Pflegedirektor Wolfgang Klein, „das verstehen wir gleichzeitig auch als wertvollen Beitrag für die Entwicklung im Saarland selbst“. Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für und in Europa engagieren. Menschliche Begegnungen und länger andauernde Kontakte sind die wesentlichen Mittel im Kampf gegen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Auch die EU als Institution erscheint in der Folge bei unseren Auszubildenden in einem positiveren Licht, da die gewährten Fördermittel als sinnvolle Investition in die Zukunft Europas gesehen werden.

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