Interdisziplinärer Projekttag der Orthoptik und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege am UKS in Homburg

Am Mittwoch, dem 29.01.2020, fand der interdisziplinärer Projekttag in der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg statt. Die Auszubildenden der Schule für Orthoptik des Schulzentrums gestalteten mit ihren Lehrorthoptistinnen Gabriele Lauer, Christina Groß und Schulleiterin Tanja Weiland die Projektwoche des Saarbrücker Günther-Wöhe-Gymnasiums. Mit dabei waren ihre Kolleginnen und Kollegen im Schulzentrum, 20 angehende Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger mit ihrer Pflegepädagogin Elisabeth Louis. Der folgende Bericht wurde von den Auszubildenden der Schule für Orthoptik verfasst.


Der Tag begann nach der Begrüßung im Schulzentrum mit einem interessanten Vortrag über die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) von Jürgen Noe, Bereichsleiter der Intensivstationen M5-01 und M5-05 der Klinik für Innere Medizin V.

Anschließend wechselten wir mit unseren Gästen in die Augenklinik. Wir Orthoptikschüler hatten einen Vortrag vorbereitet, den wir im Hörsaal vortrugen. Wir spannten dabei den Bogen von den geschichtlichen Wurzeln der Schielbehandlung bis in die heutige Orthoptik. Es wurden die hauptsächlichen Krankheitsbilder, die dazugehörigen Untersuchungsmethoden und unsere verschiedenen Tätigkeitsfelder vorgestellt. Gabriele Lauer, unsere Low-Vision-Spezialistin, referierte über die Thematik der Sehbehinderung und den Umgang mit den Betroffenen.

Nach der Pause starteten unsere Workshops. Vier verschiedene Stationen luden zur Erkundung des Berufsfeldes ein. Die erste Station beschäftigte sich mit der Früherkennung des Schielens, dem sogenannten Strabismus, den Methoden der Sehschärfenprüfung, dem Begriff Binokularsehen und wie man dieses prüft. In der zweiten Station wurden neuroophthalmologischen Untersuchungsmethoden mit dem Fokus auf Doppelbildwahrnehmung, vorgestellt. Dabei konnten die Schüler mit Simulationsbrillen die Auswirkungen verschiedener Krankheitsbilder selbst erleben.

Eine dritte Station beschäftigte sich mit Low-Vision. Es wurde gezeigt, welche vergrößernde Sehhilfen zur Verfügung stehen, wie der Vergrößerungsbedarf bestimmt wird und wie adäquat mit Sehbehinderten umgegangen werden sollte. Auch konnten sich die Schüler mit entsprechenden Simulationsbrillen in die Lage eines Sehbehinderten hineinfühlen. In der letzten Station leiteten wir zur korrekten Tropfenapplikation an. Dabei gingen wir besonders auf die Mydriasis, d.h. den „Zustand der weitgestellten Pupillen“ ein. Wir erklärten, welche Augentropfen dabei Anwendung finden. Nur die Untersuchung bei weitgestellter Pupille erlaubt die umfassende morphologische Beurteilung und die exakte Ausmessung der Fehlsichtigkeit. Hinsichtlich der Untersuchung unserer Frühgeborenen fanden sich hier viele Berührungspunkte mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Schule für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, sodass es zu einem regen Erfahrungstausch kam. Interdisziplinarität und interprofessionelles Lernen und Arbeiten werden im Schulzentrum großgeschrieben.

In der abschließenden Feedback -Runde kamen wir überein, dass es für uns alle ein sehr lehrreicher und spannender Tag war und wir sehr von einem gegenseitigen Austausch profitieren können. So entstand auch das Angebot seitens der Pflegeschule, für uns einen Erlebnistag zu veranstalten, worauf wir uns jetzt schon freuen.

Herzliche Grüße von den „Orthis“!